aus Entfernungen (c) bei Gerel Calow

HornochsZwischen Erfurt und Berlin (M)

An der Bahnstrecke Industrie-

Schlangen und Chemiegeysire

abfackeln. Und Störche stehen

im überdüngten Schilf der Saale.

Kahle Schälbäume und Moder

Ratten im Bahndamm, Tod im Dunst

 

Herzbluttropfen an den Kelchen

im Dahlienbeet vorm Bahnhof

gelb die Backsteinpost und Grau

graut die Stadt unterm Dom

verstaubte Seelen mit Sprüchen:

Verbesserung von Bedürfnissen.

 

Dreiundzwanzig Jahre Staublast

auf dürren Zweigen Winterwuchses –

so lange hielt mich der Ort

gefangen wie den Schwarzgefiederten

gefüttert zum Überleben nur

Aber ICH hatte nichts Gestohlenes im Nest!

 

Später. Als am Ende der Strecke

die Mauer fiel – schlug sie mich Eilende noch

meine erkämpfte Freiheit zerbröselnd – im Rausch Tausender

Später vielleicht. Noch weiß ich es nicht:

Unendlich frei oder zu spät wie gehabt

Espenzittern und Stehen im staubigen Regen…

Advertisements

Langsam Herbst

So langsam also etwas kühler und ein bissel Regen ab und zu. Es blühen noch mal ein paar Sonnenblumen, ein neuer Zweig der dunklen Waldrebe glüht wundervoll, meine Kresseranken blühn und ranken nicht nur in Gedanken, sondern hier auf dem Balkon. Das hab ich nun davon, dass ich die Blumen so liebe – muss dauernd Wasser schleppen und gießen, um dann den Anblick zu genießen…

Wollte Cornelkirschen ankochen, um sie leichter von den Kernen zu befreien. Vergaß den Topf auf der Schnellkochplatte. Der Geruch machte mich aufmerksam – schnell den Topf unter Wasser und sämtliche Ventilatoren an, Balkontür weit auf, Wohnungstür für Durchzug mit Holzkeil festgestellt. Hat alles nix genutzt, obwohl der Rauchmelder noch nicht angesprungen war – die Nachbarn wurden aufmerksam und klingelten. Hab ferngesehen und den Klingelton für im Film vorkommend vernommen. Besorgte Nachbarn – hat mir noch gefehlt!!! Hören können sie ja nichts von mir, da sind die Wände gut, aber brenzliger Geruch, das macht denen wohl Angst. – Tut mir leid, ich werde das Haus schon nicht abfackeln…

Das Bad Homburger Laternenfest ärgert mich mit Fahrplanänderungen der Busse, lärmender Musik, Behinderung der Fußgänger auf der Hauptstraße durch Kabel und Abflussleitungen. Die vielen Buden verführen zum Geldausgeben, das ich nicht habe. Trotzdem eine indianische Umhängetasche für den Enkel erworben…

Gestern im Tannwaldweg Kunstausstellung „Traces of Time“, Fotografie von Sabine Dächert – Textile Bilder von Annita Romano. Letztere haben mich sehr beeindruckt: Die Lockerheit der Bearbeitung, die Fetzen und Fäden hingen oft nur so rum, die Zusammenstellung der Farben und Formen sehr ergiebig und fantasieanregend, bezaubernd oft aus der Entfernung zu genießen, bei manchen Darstellungen meinte ich den Duft von Blumen zu riechen, vage darüber ein Filigranes, wie ein Insekt, blaugrüne Wellen mit Glitzerkämmen, wogende Rosmarin-, Lavendel- und Salbeifelder in Reih und Glied, aber in hügeliger Landschaft den Eindruck von tanzendem Violett…

Heute im Kulturzentrum Englische Kirche „Die Frankfurter Künstlergesellschaft“ mit 17 Mitgliedern und einem Gast. Einiges toll! Z. B. Ink Sonntag-Ramirez Ponce eine Paradies-Serie Bleistift und Acryl auf Papier. Oder Inge Helsper-Christiansen mit Malerei: „Kosmische Energie 1 und 2“, Öl und Sand auf Leinwand. Die plastischen Arbeiten der Männer haben mich nicht so beeindruckt, dagegen die riesigen Bleistiftporträts sehr. Das würde meiner Helli in Gräfenhainichen auch gefallen, ganz ihr Stil!!! – Doch die ganze Ausstellung happig, in Größe und Vielfalt kaum zu verkraften – anstrengend fürs Gemüt.

Unser Ahnherr: Abraham Calov

auch Calovius oder Kahlau, als ich Kind war, stand unter dem in der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg befindlichen Gemälde: Abraham Calow, genau wie wir uns schreiben. – Er war am 16. 4. 1612 in Mohrungen in Ostpreußen geboren  und als deutscher Mathematiker, Philosoph und Theologe einer der bekanntesten Vertreter der lutherischen Orthodoxie.

Er war sechs Mal verheiratet, ich bin erst die dritte Ehe eingegangen . könnte es sein, dass ich noch nicht alles ausgeschöpft habe (grins)?

12 Kinder wurden ihm geboren, die angeblich immer wieder rasch gestorben sind. Aber das 13 haben sie vergessen, weil das eine Unglückszahl sein soll und weil es erst nach seinem Tod geboren wurde. Bei seinem Ableben infolge des Schlaganfalls wusste seine junge Witwe auch noch nicht davon. Sie merkte es erst später. Es gab ja noch keinen Schwangerschaftstest und sie war auch gerade erst 17 Jahre alt geworden, hatte noch kein Kind vorher… Also darum konnte es keiner wissen und aufschreiben, von diesem Sohn Georg David Calov stammen wir alle ab, wenn ich das richtig verstanden habe. Der Schorsch blieb nämlich am Leben, weil Johanna Dorothea Calov sich nun nicht mehr mit dem alten Abraham abquälen musste, sondern sich ganz dem Söhnchen widmen konnte. Sie war die meiste Zeit des Jahres mit ihm bei einer Tante Rotraud Gudrun Erxleben in der Dübener Heide und spielte in Wittenberg keine Rolle mehr. Der Schorschi war eine schwere Geburt und wurde von den anderen für dämlich gehalten, was ja bei einer so späten Zeugung kein Wunder gewesen wäre, aber ich schätze mal, er war der 1. in der Familie mit ADHS und er wollte absolut nicht studieren, liebte die Natur über alles und wurde erst Gärtner, später Schäfer und konnte vielen Menschen helfen mit seinen natürlichen Mitteln, die er von den anderen Schäfern und von der Natur gelernt hatte.  Als er gerade 19 war, bekam Gunhildchen ein Kind von ihm und die Tante bestand bei seiner Mutter darauf, dass er das Mädel ehelichte, obwohl sie kaum 15 war. Damals war das möglich und alle darauf bedacht, dass das Kind ehelich geboren wurde. Dank seiner Kenntnisse überlebten von seinen 15 Kindern 7, danach wollte Gunhilde keine mehr und Georg ermöglichte es. Drei Söhne besuchten dann bei ihrem Großvater und dessen Haushälterin lebend in Wittenberg die Schule und begannen schon zeitig eine universitäre Laufbahn, ein Sohn kehrte in die Dübener Heide zu den Eltern zurück und wurde Förster. Er liebte den Geruch von Wald und Holz und hieß Immanuel Benjamin.

Fortsetzung folgt…

Rotes Gold

streut der Maler Herbst auf alle Wege. Die lärmenden Laubbläser pusten es an die Straßenränder, völlig unsiniger Lärm, denn der nächste Windstoß treibt sie wieder herum, auf und ab, rechts und links, aufwärts zu den Hecken, abwärts, um die Gullis zu verstopfen – ohne Regen mag das momentan keine Rolle spielen – aber wehe, wenn es dann doch mal einen Wolkenbruch gäbe!!!

Der wilde Wein in seiner jetzigen Pracht verwöhnt das Auge. In den Gärten liegen die roten, gelben und grünen Apfelsorten auf dem Boden und bleiben dort für die Tiere liegen. Die kleinen roten Wildäpfel werden von den Eichhörnchen und Vögeln vergraben als Winterfutter, das auch der Erneuerung von Bäumen dienen kann. Die Tiere, die Wintervorrat horten, bleiben gute Waldvermehrer!

Die Kornelkirschen sind schon abgefallen, die Früchte des Weißdorns leuchten noch rot, die Hagebutten werden schon recht schrumplig , gelbe Apfel- oder Birnenquitten leuchten aus schon fast leergefegten Bäumen.

In einigen sozialen Medien wird eine Wanzenplage belegt, die Gefahr neuer Pestfälle durch das Abschmelzen des Poleises und freiwerdende Überträgerzellen „geweissagt“, der Trend des längeren Lebens der Menschen ist  ins Stocken geraten. Nikotin, Alkohol und schlechte Ernährungsgewohnheiten setzen nun Grenzen. – Das hilft mir aber nicht, obwohl ich mich gesünder verhalte, setzt sich der Verfall geschädigter Nervenzellen in gleichbleibend langsamem Tempo fort. Hatte ich auf die Erforschung der Poly… gehofft, vergeblich. Nur die Pharmakonzerne haben Gelder dafür, die sie aber für erfolgsträchtigere Vorhaben einsetzen: Profit ist eben das Wichtigste für die. – Ach, ich könnte ´ne ganze Litanei herbeten, um was sie sich statt dessen kümmern müssten…

Lass mir aber die Freude am Herbstgold nicht vergällen, auch wenn ich durch ein Langlebensgen dazu verurteilt bin, diesen Kelch bis zur Neige leeren zu müssen!

Meine Miez und ihre Termine

Meine Hausaufgabenschülerin kam heute etwas später, obwohl ich ihr wunschgemäß Dampfnudeln, also Hefeklöße mit Himbeeren und Vanillesoße gekocht hatte. Aber sie konnte nichts dafür. Ihr Bus fuhr ohne Ankündigung nicht wie sonst übers Kurhaus, sondern gleich von Oberursel zum Bad Homburger Bahnhof. Na, ich bin ja schon immer auf solche Verspätungen gefasst, zumal sie nach dem Essen gleich wieder fort musste. So war es recht gut, dass das Vorsüppchen mit den Markklößen nicht mehr ganz so heiß war und die Hefeklöße sich halten, Vanillesoße nur warm und die Himbeeren kalt sind. So konnte sie in Ruhe essen, bevor sie sich die Zähne putzen und den Weg zum Treffpunkt mit ihrem Vormund in Angriff nehmen musste, um rechtzeitig zum Zahnarzt-Tertmin zu kommen.

Ein Kurzaufenthalt also für nur eine knappe Stunde. Morgen muss das arme Mädel 14 Uhr zur Logopädie und wird erst gegen 15 Uhr von mir zu ihrem Mittagessen erwartet.

Ob sie wohl heute wieder 3 Stunden beim Zahnarzt warten musste? Das wäre schade, denn donnerstags geht sie eigentlich schwimmen, was bei der total verkrümmten Wirbelsäule, die sie hat, enorm wichtig ist – finde ich!

So häufen sich bei der 17jährigen die Termine und werden von den Verantwortlichen dauernd zu ihren Ungunsten verlegt. Da könnte sie mit Frank Schöbel singen:

„Mit mir könn`ses ja machen. Ich hab so viel Geduld. Ich kann nur drüber lachen, ich geb keinem die Schuld…“

Aber natürlich leidet meine Miez dadurch. Diese Hetzerei von einem Termin zum anderen ist nervenaufreibend. Ich könnte das nicht durchstehen – hab gestern wieder einen Arzttermin glatt vergessen, dachte nur noch an Esseneinkauf und den Nachmittagstermin in der Taunus-Therme…

Ich habe glesen:

„Hyde“ von Antje Wagner

Ein lebendes Haus mit eigenem Willen, tötet unliebsame Verwalter, weil sie etwas verändern wollen, was ihm weh tut. Bis jemand einzieht, der das Haus unbewusst versteht. Diese Frau macht Fehler anderer aus der Vergangenheit wieder gut, pflegt das Haus in seiner Natürlichkeit, bis das Haus mitzuwirken beginnt und Schäden heilt, die ohne ihr Mitwirken entstanden sind. Schließlich kann diese Frau in das immer verschlossene, verbotene Zimmer eindringen, denn dieses Zimmer hält das Haus kalt und ungemütlich, was sie ändern möchte. Als sie es endlich betreten kann, stößt sie die Bretter weg, die das Fenster verschlossen halten. Sie erkennt, woran das Haus krankt und verspricht nicht nur, sich drum zu kümmern, sondern packt es gleich an.

Es ist spannend und das Geheimnisvolle habe ich nicht verraten hier…

„Sternenfinsternis – Das Herz der Quelle“ von Alanna Falk

Frau Falk hat nach dem Studium der Tiermedizin mit Liebesromanen angefangen. Seit 2014 schreibt sie die Fantasiereihe „Seelenmagie“ und ist damit sehr erfolgreich. Zu Recht meine ich.

Zitat: „Was er durchgemacht hatte, ließ sich nicht einfach wegwischen, die unermessliche Schuld, die er auf sich geladen hatte, würde er wahrscheinlich nie vergessen können. Und all die Wunden, die all die Opfer in seine Seele geschlagen hatten, ließen sich nicht einfach so schließen.

Sie wusste es ja selbst. Die tiefe Narbe, die der Verlust von Chris in ihrem Herzen hinterlassen hatte, würde wahrscheinlich nie ganz aufhören wehzutun…“

aus „Mein Kredo“ (c) Lyrik von Gerel Calow

Selbstverlag Calow, Kirkel-Limbach 1999, alle Rechte vorbehalten

Weg zur Frühschicht

 

Am Wasserwerk

Begegnung mit der Sonne.

Die kriegt keinRheuma, fast

jeden Morgen steigt sie

aus dem schlammgefüllten

alten, großen Becken.

 

Morgen Heinrich! – Traute Helene.

Wieder mit Gatt zu Bett?

Nein, lese jetzt Heiduczek. –

Die stirbt nicht am Meer,

höchstens im Karbid.

Dort rackert sie schon

vierunddreißig Jahre.

 

Und nun Willi. Von

Nachtwachen dunkle Augen.

Wieder deine kranke Tochter?

Stummes Nicken, Schulterzucken:

Wir lassen sie nicht

ins Heim.

 

Breiter Strom wälzt sich durchs Tor:

Heinz, Willi und die Helene, all die Anderen.

Sonne voraus und dahinter sucht

blanke Scheiben zum Spiegeln,

findet nur die Pförtnerbrille und

blinkert damit zum Schornstein:

Guten Morgen!

Schade. Jetzt scheint die Sonne.

Sollte lieber gestern,

da war Freischicht für mich

im Garten.

Es ist vorbei

Gleich ist es 21 Uhr, es ist geschafft: Der Eingriff ist optimal verlaufen. Mein Zahnarzt hat sich als „Professor“ betätigt, denn es waren zwei junge Kollegen von ihm als Zuschauer dabei. Ich konnte es mir nicht verbitten, ich weiß ja, dass er gut ist.

Vorneweg hat er gesagt, dass ich hinterher sagen würde, es sei nicht so schlimm gewesen, wie das Ziehen des vermaledeiten Backenzahns… Und es war auch so, obwohl es mindestens genau so lange gedauert hat, wenn nicht noch länger. Am Dienstag nächster Woche werden die Fäden gezogen.

Wieder einmal hat sich bewahrheitet: „Es wird nichts so heiß gegessen wie… usw.“ Ich habe den ganzen Tag von außen gekühlt, wie er es empfohlen hat. Aber nachdem ich erst Pudding und dann ein Hühnersüppchen verschlungen hatte, begann es im Kiefer zu pochen und ich hab ein Schmerzmittel genommen, damit ich nachher schlafen kann.

 

Angst

Morgen Zahn-OP.

Gleich ist es 21.00 Uhr. Ich wollte, es wäre schon morgen um diese Zeit, dann hätte ich es hinter mir und wüsste, ob alles klar gegangen ist…

Dieses Ich, dass hier sitzt und schreibt, ist bloß ein zittriges Bündel mit dieser Sch-angst! Nix von Filou –  Selbstbeherrschung, Selbstliebe momentan gleich Null. – Also erst mal meditieren, vielleicht geht es mir dann besser? Was tun andere Menschen in so einer Situation? Muss frau alles mit sich alleine ausmachen, bloß weil frau allein lebt ohne Partner?

Bis jetzt war mein Zahnarzt immer zuverlässig. Was er übersehen hatte, war die ungewöhnliche Verzweigung meiner Zahnwurzel, was im normalen Röntgenbild nicht zu sehen war. Das sind die Unwägbarkeiten der Natur, die prinzipiell regelmäßige Muster bildet, jedoch kleine Abweichungen macht von der Regelmäßigkeit. Wir sagen: „Man steckt nicht drin.“ Soll wohl heißen, dass keine Regel ohne Ausnahmen existiert!  Bitte nicht noch einmal so eine Ungewöhnlichkeit!!! So gern ich ein Unikum bin, ein seltsames Individuum, so heftig wünsche ich mir für morgen ruhige, sichere Alltäglichkeit!

Liebe LeserInnen, denkt an mich morgen früh!!!

Ich bin ungemütlich,

ungehalten über meine Zustände…

Komme gerade aus der Stadtbücherei um die Ecke, wo ich eine Lesung eines jungen georgischen Autors erleben wollte, aber mein Körper macht nicht mit; schon nach 20 min tat mir trotz mitgebrachtem Sitzkissen der Hintern so weh, dass ich beim Aufstehen hinkend schwankte, als wäre ich betrunken. Also nix mit humorvollem Krimi aus Tiblissi – Tiflis!!!

Die Veranstaltung ist gut besucht. Es gab georgischen Wein, Häppchenteller und Angebote aus Georgien gegen „Spenden“, also konnte ich den schönen Teller nicht mitnehmen, der Mann dahinter betonte, dass sie gerne einen roten oder blauen Schein nehmen würden! Meine Güte, ich kenne die Euroscheine eh nicht auseinander, wenn ich die Zahlen nicht sehe – was die einer armen Rentnerin so zumuten! Na, neben mir saß eine pensionierte Ärztin, die nach eigener Aussage schon neun Mal in Georgien war, die könnte natürlich…

Aber mich ärgert, was ich alles NICHT KANN!!!

Das Leben ist so erbarmungslos! Abartig, wie ich des Humors verlustig gehe so mir nichts dir nichts. Und keiner spricht: So ist es nicht!

 

Herbst? NEE, SPÄTSOMMER!

Leider!!!

Schon wieder ist es heiß bei mir in der Wohnung. Zum Glück hatte ich es noch nicht geschafft, die Sommersachen in den Keller zu hängen. Den Ventilator schon, der steht unten. Miez und ich haben heute wieder heftig geschwitzt, trotzdem schnippelten wir zwei neue „Fratzen“ für die dritte Hallowen-Laterne. Gestern hat sie die „Gespenster“ mitgenommen, die wir gemeinsam gebastelt haben: 5 farbige und 6 eierschalenfarben mit farbigen Aufhängern. Die Augen von denen sind aus Glitzersteinen. Das war heute ihr letzter Ferientag, ab Montag ist wieder Schule, Hausaufgabenzeit oder Deutsch- oder Mathe-Training.  – Sie hatte sich für heute Schokoladenpudding und als Hauptgang Klöße bestellt. War hart, das mit meinen Vormittagsterminen unter einen Hut zu bringen,  zu Klößen gehört ja Gulasch oder Roulade. Ich holte Biofleisch Rouladen und bissel Speck zum Einwickeln. Zwar ist dann der Pudding nicht richtig kalt geworden – die Zeit war einfach zu knapp.  Aber – geschafft.

Nun habe ich noch eine halbe Roulade und zwei Klöße für mich für Sonntag aufgehoben. Samstags esse ich immer Suppe aus Hülsenfrüchten, am liebsten Linsen. Aber putzen muss ich morgen auch. Die Schnipsel fortsaugen, die überall herumfliegen. (Wie ich das Saugen hasse!!! Geräusche und Gerüche, die ich nicht mag.) Lässt sich nicht ändern.

(„Was man nicht ändern kann, muss man hinnehmen in Würde.“ Fr. Schiller)

Der Tag war verrückt

Kein Pardon für mich! Die Zeit rinnt mir wie Sand durch die Finger, hab immer das Gefühl, nix zu Ende zu kriegen. Dabei war das genähte Herbstbild auch ohne Eichhörnchen „ganz hübsch“… Aber das reicht mir natürlich nicht – soll ansprechend und „gut“ sein! – Also erst mal zur Seite legen und mit dem Sommerbild fortfahren. Kommt Zeit, kommt Rat (sprich IDEEN).

Ein metallisch (silbern) aussehendes Gefäß mit Herbstblättern versehen über festgeklebten Rinden vom Baum, der sich bei der Hitze fast überall nackt gemacht hat. Werde es noch fotografieren.

Nervige Raucher verfolgten mich auf dem Parkspaziergang, d. h. entweder begegneten sie mir, oder gingen vor mir, so dass ich auf die Wiesen ausweichen musste, um nicht mitzurauchen, oder sie besetzten die Bank, auf die meine müden Füße so gehofft hatten… Kiefernzapfen zu sammeln war mühsam, denn für meinen Zweck (will sie zu Teelichthaltern umfunktionieren) sind sie in diesem Jahr einfach zu klein. Wohl durch den Regenmangel.

Doch die Wissenschaftler der Klimakonferenz sagen für die Zukunft noch schlimmere Szenarien voraus, als es bisher schon gab. „Nichts wird mehr so sein, wie es mal war!“ Hitze und Trockenheit hier, Überschwemmungen und Unwetter da, Waldbrände noch und nöcher, tropische oder Wüstengewächse erobern unsere Landschaften, natürlich mitsamt den passenden Insekten und anderen Tieren. Denk dir Skorpione an deinem Badeplatz, dein Bett ohne Moskitonetz nicht mehr benutzbar, Fadenwürmer kommen aus der Dusche, alle schönen Lieblingsblumen verschwinden, Pilze wachsen im Wald, die keiner mehr kennt… Man kann sich fürchten oder einfach gespannt sein, was davon mich selber treffen wird!